Der Meister und seine Malschülerinen
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Toni Elster (1862 bis 194)

Toni Elster hatte einen konsequenten, aber für damalige Verhältnisse eher ungewöhnlichen Ausbildungsweg. Sie stammte, wie fast alle Bremer Künstlerinnen von Rang, ebenfalls aus einer alten Bremer Kaufmannsfamilie. Sie ging aber nicht, schon in jungen Jahren auf eine der Damenakademien in München, Berlin, Leipzig oder Paris, sondern entschied sich erstaunlicherweise erst mit 36 Jahren auf dem Krankenbett, Malerin zu werden.

Es wird vermutet, dass sie auf ihren vielen Reisen durch Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz ihre Liebe zur Natur entdeckt hatte und sich dieser jetzt in kreativer Form zuwenden wollte. Nach ihrer Genesung zog Toni Elster nach München. Sie beschäftigte sich dort zunächst hauptsächlich mit dem Aquarellieren.

In den neunziger Jahren machte sie eine Reise nach Schottland, um dort bei dem damals sehr geschätzten Aquarellisten John Terris (1865–1914) Landschaftsstudien zu betreiben. 1897 nahm die in München Unterricht bei dem Landschaftsmaler Professor Fritz Baer (1850–1919), dem Mitbegründer der Künstlervereinigung „Luitpoldgruppe“. In dieser Zeit und auf ihren Studienreisen entstanden Radierungen, Lithografien und Gemälde, hauptsächlich Landschaften in unterschiedlichen Tagesstimmungen.

Sie begann ein Leben zwischen ihren Ateliers in München und Bremen zu führen, im Sommer in München und im Winter in Bremen. Bevor sie ihre Sommerreise nach München antrat, besuchte Toni Elster regelmäßig ihre Künstlerfreundin Marie Stumpe (1877–1946) in der Künstlerkolonie Dötlingen. Gemeinsam suchten beide in Dötlingen nach Landschaftsmotiven, die dann in Skizzen festgehalten wurden.

 
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