Mutter und Sohn

Marie (Mieze) Stumpe (1877 - 1946)

ist die einzige bekannte Malerin, die längere Zeit in Dötlingen lebte. Sie kam 1905 als Schülerin von Georg Bernhard Müller vom Siel.

Sie begeisterte sich so sehr für die Hunte, den Ginster und die Heide, dass sie dauerhaft in Dötlingen blieb. Marie Stumpe genoss das Leben in Dötlingen. Ihr Mann blieb zumeist in Bremen, um sich die Geschäfte zu kümmern. Er kam in der Regel nur an den Wochenenden.

Um nicht zu vereinsamen und um Anregungen für die Kunst zu erlangen, lud sie Künstlerkollegen nach Dötlingen ein. Sie konnten den Sommer in ihrem Haus verbringen. Zu den Künstlern, die bei ihr lebten, gehörten der Bremer Maler Fritz Cobet und der Berliner Otto Heinrich. Auch die Bremer Malerinnen Toni Elster und Anna Feldhusen kamen gerne und wiederholt zu Besuch, da auch sie die unkomplizierte Umgebung und das freie Leben in Dötlingen zu schätzen wussten.

In den ersten 10 Jahren verbrachte Marie Stumpe mit ihren vier Kindern eine glückliche Zeit in den Goldbergen in Dötlingen. August Kaufhold und der Bremer Adolf Klatte waren ihre Nachbarn und so hielt sie auch weiterhin Kontakt zu den Bremer Künstlerkreisen. Ihr Mann war weiterhin erfolgreich im Geschäft des Ersten Weltkrieges.

Ihr großes malerisches Können ist durch zahlreiche Bilder dokumentiert, die sich überwiegend in Privatbesitz befinden. Aus diesen Häusern entstammen die Leihgaben, die das hohe malerische Können dokumentieren. Ihr Gesamtwerk ist verschollen.

Marie Stumpes ausdrucksvolle Bilder zeigen auch die Sensibilität, die sie sich während ihrer künstlerischen Zeit immer beibehalten hat. Besonders lagen ihr die Dötlinger Motive am Herzen, da sie hier die glücklichste Zeit verbrachte.

Nach einem längeren Aufenthalt bei ihrem Sohn Siegmund Christoph starb Mieze Stumpe 1946 in Amerika. Ihre Urne wurde später auf dem Dötlinger Friedhof beigesetzt.

 
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