Emy Rogge (1866–1959)

wurde in Schweewarden an der Wesermündung geboren. Der Vater war Privatbankier und die Mutter stammt aus einer Leipziger Künstlerfamilie. Von ihrer Mutter bekommt Emy Rogge die Anregungen zum Zeichnen. 

Ab 1891 wohnte sie bei Ihrem Onkel, dem Bildhauer Oskar Rassauer (1843–1912), in Dresden. In Dresden erhielt sie bei Carolin Friedrich (1828–1914) und einem weiteren Kunstlehrer Zeichenunterricht.

Der Großvater von Emy Rogge und die Großmutter von Georg Müller vom Siel waren Geschwister. Emy Rogge war nur ein Jahr jünger als Georg Müller vom Siel und während ihrer Kindheit wohnten die Familien in unmittelbarer Nähe zueinander. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es zwischen den Familienmitgliedern ständige familiäre Kontakte gab.

In ihren Berichten erwähnt Emy Rogge, dass sie sich in den Jahren 1901 und 1902 mehrfach in der Malschule von Georg Müller vom Siel in Dötlingen aufgehalten hat.

 

Auf der 290. Kunstausstellung des Kunstvereins Oldenburg beteiligten sich sowohl Georg Müller vom Siel als auch Emy Rogge. Die Oldenburgischen Nachrichten berichten am 18. Februar 1898 „ Müller vom Siel erfreut uns wieder durch ein in seiner bekannten sonnigen, gemütswarmen Weise gehaltenes Sommertagsbild: Quelle in Dötlingen (150 cm x 200 cm)". Emy Rogge durch zwei frisch und flott gemalte Blumenbilder: Chrysanthemen (114 cm x 77 cm) und Anemonen (53 cm x 65 cm).

Sie spielen eine große Rolle in der Entwicklung der Oldenburger Landschaftsmalerei, die sich parallel zur Worpsweder seit etwa 1885 entwickelte. In jeweils eigener malerischer Handschrift nehmen auch sie die Natur zum Vorbild, geben das sinnliche Erlebnis von Moor, Heide und Marschland in wechselnden Licht- und Luftverhältnissen der Jahreszeiten wieder.

 

Im Anschluss daran besucht sie die Malschulen von Paul Müller-Kaempff (1861–1941) und Georg Müller vom Siel (1865–1939) in der Künstlerkolonie Dötlingen und Gerhard Bakenhus (1860–1939) in Kreyenbrück, mit denen sie auch im 1904 gegründeten Oldenburger Künstlerbund verzeichnet ist.  

Ab 1902 arbeitet Emy Rogge im Berliner „Kaiser-Friedrich-Museum“, dem späteren Bode-Museum. Ihre Hauptaufgabe ist hier, Alte Meister zu kopieren.

 

1922 geht sie nach Worpswede. Hier fertigt sie zahlreiche Gemälde und Radierungen an. Gemeinsam mit ihrem Bruder Cornelius Rogge richtet Emy Rogge in Worphausen eine Radierwerkstatt ein. Beide kolorierten und signierten Radierungen. Diese wurden  teilweise als Postkarten verkauft. Dadurch wurden die Werke der Geschwister Rogge weit verbreitet.