Otto Pankok - Kohlezeichnungen

Ab Sonntag, 16. Januar bis Sonntag, 6. Februar 2022 zeigen wir

in der Müller-vom-Siel-Kate am Rittrumer Kirchweg 1c

und in der GALERIE.4 am Rittrumer Kirchweg 4 

sechsundzwanzig Kohlezeichnungen des Malers OTTO PANKOK

Öffnungszeiten in beiden Häusern: samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Otto Pankok, geb. 6.6.1893 als jüngstes von zwei Kindern in Mühlheim, begann nach dem Abitur 1912 am Staatlichen Gymnasium in Mülheim sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar.

 

Nach dem kurzfristigen Abbruch seines Studiums ging er mit seinem Freund Carl Lohse nach Dötlingen. Ab März 1913 bis Dezember 1914 lebte und arbeitete er in Dötlingen und schuf die ausgestellten Kohlezeichnungen – überwiegend großformatige Bilder in der Tradition von Mackensen, Egger-Lienz und van Gogh.

 

Die ausgestellten Kohlezeichnungen sind unverkäuflich. In der Müller-vom-Siel-Kate bieten wir zusätzlich eine Auswahl von Holzschnitten aus verschiedenen Schaffensperioden und Bücher über das Leben und Wirken des Künstlers zum Kauf an. 

Die Modelle Otto Pankoks waren Kleinbauern und Mägde, von Schicksal und Arbeit gezeichnete Gestalten, denen er sich in emotionaler Anteilnahme und Respekt näherte. Auch banalen Dingen wie einem Holzhaufen, einer Korbflasche, einem alten Baum oder einem Bett verlieh er mit dem Kohlestift Tiefe, Ausdruck und Würde.  

 

 

Die romantische Landschaft des Huntetales, die Bernhard Müller vom Siel oft als Motiv angenommen hatte, spielt in Otto Pankoks Dötlinger Werk hingegen keine Rolle.

 

Alle Erniedrigten und Armen, die ihn auf seinem weiteren Wege begleiteten und ihm Modell gewesen sind, erscheinen wie Nachfahren oder Angehörige der großen Familie dieser Dötlinger Bauern und Tagelöhner, unter denen er als einer der bedeutendsten Humanisten der bildenden Kunst dieses Jahrhunderts glücklich leben und arbeiten konnte.

Diese glückliche Zeit wurde jäh durch den Einberufungsbescheid zum 1. Weltkrieg  im Dezember 1914 beendet. In dem Wissen, dass eine Rückkehr unwahrscheinlich sein würde, verschenkte er sein Haus am Heideweg an die ärmsten im Dorf. 

Die ausgestellten Bilder befinden sich seit mehr als 20 Jahren als Dauerleihgabe der Otto Pankok-Stiftung  in Dötlingen und werden nach Ablauf dieser Ausstellung an die Otto-Pankok-Stiftung zurückgegeben. 

Die aktuelle Präsentation bietet somit für längere Zeit eine letzte Möglichkeit, die großartigen Werke des noch jungen Künstlers Otto Pankok in Dötlingen zu sehen.

Ein Besuch der beiden Ausstellungen lohnt sich!