(die folgende Auszüge stammen aus Wikipedia: Otto Pankok):
Otto Pankok
Studium und Aufenthalt in Dötlingen
Nach dem Abitur 1912 am Staatlichen Gymnasium in Mülheim begann Otto Pankok 1913 im Alter von 20 Jahren sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar. 1913 konnte er dank der Vermittlung des Oldenburger Kunstkritikers Wilhelm von Busch (1868–1940) in der Kunsthandlung Oncken in Oldenburg in einer Kollektivausstellung erstmals eigene Werke zeigen. Im Frühjahr 1914 brach er sein Studium kurzentschlossen ab.
Um sich autodidaktisch weiterzubilden, zog Pankok mit seinem Studienfreund Carl Lohse Carl Lohse in die Dötlingen. Er hatte sie bereits 1913 mehrfach besucht hatte und dort im Sommer 1913 dank der finanziellen Unterstützung seiner Großmutter einen reetgedeckten Spieker kaufen können. 1914 unternahm er mit Werner Gilles eine Studienreise nach Holland. Die dortigen Eindrücke und die niederländische Malerei gingen in seine Motivwelt ein. Rückblickend auf seine Zeit in Holland und in Dötlingen schrieb er 1962: „So stand ich mit dem Rücken nach Deutschland, zugewandt der niederländischen Ebene – an deren Rand ich wohnte.“[4] Zudem hielt er sich in Paris auf. Nach zwei Monaten kehrte er nach Dötlingen zurück, wo Freunde und Kollegen ihn wiederholt auf Wochen besuchten, unter ihnen Hermann Hundt (1894–1974), Richard Gessner (1894–1989), Gert Heinrich Wollheim (1894–1974), Adolf de Haer (1892–1944) und Werner Gilles (1894–1961). Richard Gessner behielt den Vers an der Tür von Pankoks Kate im Gedächtnis:
„Hier wohnt Otto Pankok. Man stör’ ihn nicht, man hüt’ sich wohl, sonst schießt er gleich mit dem Pistol.“
Im Herbst 1914 zeigte Pankok seine ersten Dötlinger Arbeiten im Lappan in Oldenburg. Ähnlich unbeschönigt wie Vincent van Goghs frühe Werke hielten die Dötlinger Kohlezeichnungen Otto Pankoks fest, was er sah, wie die „einfachen Leute“ in Armut, Dreck und Krankheit lebten.
Dötlingen war für Otto Pankok kein Zwischenaufenthalt, sondern die erste Erfahrung einer freien Künstlerexistenz. Rückblickend schrieb es 1930: „Es begann ein herrliches Jahr in Dötlingen in ungeheurer Einsamkeit, ein Schwelgen in Kohle und Papier, ein Suchen nach dem Wesen des Menschlichen bei armen abgetriebenen Weibern und Taglöhnerinnen, die wie aus dem Sandboden aufgewachsen waren, fraßen, was sie der Erde abrangen, in Tuberkulose und Schmutz hinstarben und wieder völlig zu Erde wurden. Ich suchte der Natur und den Elementen so nahe zu sein wie diese einfachen Menschen in ihren Hütten und auf ihren Feldern, zu denen mein Instinkt mich getrieben. Ohne dieses eine rauschhafte Jahr des Anfangs und der Bestätigung wäre die Folgezeit nicht ertragbar gewesen. Als es vorüber war, standen eines Tages feldgraue Posten an den Eisenbahnlinien.“
