Stövers Line

Abb.: Otto Pankok, Stövers Line, Kohlezeichnung (Ausschnitt), 1913; Dötlingen Stiftung/Dauerleihgabe

 

Der Mann von Stövers Line war Postbote. Er hatte nur noch einen Arm und litt unter Skrofulose. Deswegen konnte er kaum sprechen und sich verständlich machen. Die Familie wohnte bis 1908 im Fachwerk-Heuerhaus auf dem Hof Diek-Meyer (Anm.: in dieser nicht mehr vorhandenen Kate wohnte dann 1913-1914 Otto Pankok).

Familie Stöver lebte in primitivsten Verhältnissen. Die Kinder schliefen auf dem Fußboden auf Stroh. Nachdem ihr Mann gestorben war, zog Stövers Line mit ihren 5 Kindern in das Nebengebäude von Schuster Volkmann  gegenüber von Meyers Gasthof, (heute Hotel & Restaurant am Huntepadd). Das Gebäude bestand aus einer Diele und zwei kleinen Wohnräumen.

 

In der dort heute noch stehenden Kate hatte schon Georg Bernhard Müller vom Siel von 1896 bis 1898  gewohnt und seine erste Malschule betrieben.  Die Dötlingen Stiftung erwarb das Gebäude und eröffnete dort im Gedenken an Müller vom Siel 2015 eine Galerie und Malschule. 

 

Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Stövers Line die Aufgaben ihres Mannes und brachte zweimal am Tag (9 Uhr morgens und 20 Uhr abends) die Post im Postsack auf dem Rücken nach dem Bahnhof Dötlingen (in Aschenstedt) und holte die neue Post dort ab. All diese Wege machte sie bei jedem Wetter zu Fuß.“

Trotz der schwierigen persönlichen Umstände und Lebensbedingungen wird Line als eine innerlich fröhliche Frau mit guten Orts- und Familienkenntnissen beschrieben. Von der Tochter Dora ist noch bekannt, dass sie 1939 – 1945 als „hübsche“ Schaffnerin auf der Strecke Bremen-Oldenburg tätig war. (Quelle: G.Bührmann, „Dötlinger Schatztruhe: Mosaiksteine zur Regionalgeschichte“, Fischerhude Atelier im Bauernhaus, 2010). 

Über den Verbleib von Line (Adeline) Stöver nach ihrer Dötlinger Zeit ist leider nichts berichtet. Otto Pankok hat ihr auf jeden Fall mit mehreren großen Kohlezeichnungen ein Denkmal gesetzt.